Bereit für den Gastrowinter 2020

Nach dem erfolgreichen Gastrosommer steht nun der Gastrowinter vor der Tür. Die nächsten Monate sind entscheidend für das Überleben von vielen Gastrobetrieben in der Stadt. Die Bedingungen sind aber nach wie vor sehr schwierig. In der kalten Jahreszeit werden viele Menschen die Innenräume meiden oder sogar ganz zuhause bleiben. Denn die Situation rund um COVID-19 ist immer noch sehr angespannt. Darum sind auch jetzt wieder kreative Ideen und ein unkonventionelles Handeln gefragt, um den Gastrowinter 2020 zu ermöglichen.

Macht Bern zur Jurten-Stadt, jedem Beizer seine Jurte! Wie früher die Römer, oder heutige Steppenvölker, wollen auch wir heil durch den kalten Winter kommen. Im Hinblick auf die vor uns liegende Winterzeit und die weiterhin schwierige Lage des Gastgewerbes, müssen wir die Politik jetzt wiederum in Bewegung bringen. Denn jetzt braucht es uns alle, damit weitere Konkurse verhindert werden. Bern braucht Gastronomie, Bars, Clubs und Kulturlokale. Darum kämpfen wir weiter und halten an den gemachten Forderungen vom „Gastrosommer“ fest.

Stadt- und Gemeinderat müssen umgehend handeln. Aus dem milden Gastrosommer darf kein überaus garstiger Gastrowinter werden. Denn der sommerliche Ansturm auf die verschiedenen Lokalitäten wird nicht mehr länger auf die Gassen ausweichen können. Somit wird es noch schwieriger die nötigen Abstände und Hygienemassnahmen zu gewährleisten.

Kreative Ideen in schwierigen Zeiten

Je enger es wird, desto grösser wird die Gefahr einer Ansteckung. Darum muss es weiterhin möglich sein, auf die Gassen auszuweichen. Eine verkehrsberuhigte Altstadt ist dafür zwingend. Aber natürlich nur dann, wenn die Zufahrt für Blaulichtorganisationen und Zulieferer jederzeit gewährleistet ist und keine Parkplätze der Bewohnerinnen und Bewohner aufgehoben werden. Ausserdem muss die derzeitige Regelung zur Aussenbestuhlung unbedingt beibehalten werden. Nur so können die Gastronominnen und Gastronomen ihren Betrieb weiterhin rentabel und mit genügend Kundschaft betreiben. Damit die Gäste aber auch draussen sitzen bleiben und nicht frieren müssen, haben wir unsere Forderungen in dieser Medienmitteilung zusammengetragen:

  • Heizbare bzw. wärmeisolierte Zelte ermöglichen, dass der Aussenbereich trotz kalten Temperaturen weiter nutzbar bleibt. Jedem Beizer seine Jurte! Insbesondere in der Rathausgasse sehen wir Potenzial für dieses Konzept inklusive einer erweiterten Verkehrsberuhigung.
  • Wo keine Jurten/Zelte aufgestellt werden können, soll zumindest eine Installation zum Windschutz ermöglicht werden. Die Gäste werden damit angemessen vor der kalten Brise geschützt und können weiterhin draussen verweilen.
  • Der Stadtrat täte gut daran, in seiner ersten Sitzung nach den Herbstferien, umgehend das Verbot von Heizpilzen aufzuheben. Mittlerweile gibt es gute und nachhaltigere elektrische oder gasbetriebene Lösungen. Eine minimale Beheizung im Aussenbereich ist eine vielgenannte Forderung aus der Branche und von den Gästen. Die Heizpilze sind vor allem dann angezeigt, wenn die obenstehenden Massnahmen nicht umsetzbar sind. Heizkissen sind dabei keine Lösung. Sie benötigen zum einen ebenfalls Strom und sind zum anderen (im Vergleich zu ihrer Wirkung) viel zu teuer in der Anschaffung. Das ist für die meisten Betriebe schlicht nicht finanzierbar.
  • Ergänzend zu den Heizpilzen sollen Feuerschalen (in Stehbereichen) eingesetzt werden können.
  • Gebührenerlasse für Events müssen von der Stadt weiter gewährt werden. Die kurzsichtigen Sparmassnahmen des Stadtrats verfehlen ihr Ziel des strukturellen Sparens und verhindern eine indirekte Wertschöpfung für die Stadt um ein Vielfaches.
  • Wie bereits von den Marktfahrern korrekterweise festgehalten (siehe DerBund 29.09.2020), gestaltet sich das Betreiben eines 1-wöchigen Marktstandes, während der “Zibelewoche”, als wirtschaftlicher Unsinn. Wir schlagen deshalb vor, dass der Zibelemärit ausserhalb der engen Stadtmauern z.B. auf dem Gelände der BEA Expo / Allmend während eines Wochenendes stattfindet. Dadurch könnten Abstände gewahrt werden. Mit einer zusätzlichen Maskentragepflicht könnte weitere Sicherheit geschaffen werden. Damit würde den Marktfahrern und Messebetreibern gleichermassen geholfen.

    Ideologisch geprägte Verbote und Auflagen (wie das Verbot der Heizpilze) sollen aufgehoben und die Hürden für die Gastronomie sofort gesenkt werden. Es geht nicht darum pauschal den Aussenraum zu beheizen, sondern bspw. Gastrobetrieben, welche eine begrenzte Innenfläche haben, die Möglichkeit zu bieten auch während der kalten Jahreszeit Gäste zu empfangen.

    Mit unseren Ideen wollen wir der Berner Politik einen Denkanstoss für schnelle und unbürokratische Lösungen geben. Wir fordern Stadt- und Gemeinderat auf, nun im Interesse der Gastrobetreiberinnen und Gastrobetreiber zu handeln. Der Winter steht vor der Tür und die Zeit rennt. Uns bleibt aber dennoch Zeit, um in diesem Winter unser eigenes Berner Gastromärchen zu schreiben.