Medienmitteilung der Jungfreisinnigen Stadt Bern

Keine Luxussanierung mit Sicherheitsrisiken – Jungfreisinnige Stadt Bern lehnen die geplante Gesamtsanierung des Marzilibads ab

Bern, 20.04.2025 – Die Jungfreisinnigen der Stadt Bern sprechen sich klar gegen die vom Gemeinderat vorgeschlagene Gesamtsanierung des Freibads Marzili aus. Das mit 67 Millionen Franken veranschlagte Projekt ist weder verhältnismässig noch zielführend. Es gefährdet bestehende Qualitäten, schafft neue Sicherheitsrisiken, entzieht der Bevölkerung dringend benötigte Parkplätze – und belastet die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in einer ohnehin angespannten Finanzlage.

 

Ein Hafenprojekt mit Gefahrenpotenzial

Besondere Kritik verdient der geplante «Aarehafen» am südlichen Ende des Marziliareals. Dieser soll Gummibootfahrenden eine neue Ausstiegsstelle bieten und damit angeblich zur Entflechtung der Verkehrsströme auf der Aare beitragen. Tatsächlich aber liegt die geplante Anlage unmittelbar vor den stark frequentierten Schwimmausstiege – eine Konstellation, die aus Sicht der Jungfreisinnigen erhebliche Sicherheitsrisiken birgt.

 

Abbau von etlichen Parkplätzen ohne jegliches Mobilitätskonzept

Höchst problematisch ist die vorgesehene Aufhebung von insgesamt 132 Parkplätzen im Umfeld des Marzilibads. Während die Stadt auf eine zukünftige Verbesserung der ÖV-Erschliessung und den Ausbau von Veloabstellplätzen verweist, fehlen konkrete, umsetzungsreife Massnahmen. Besonders für ältere Personen, Familien mit Kindern sowie auswärtige Besucherinnen und Besucher bedeutet dieser Parkplatzabbau eine massive Erschwerung des Zugangs. Der dadurch zu erwartende Parkplatzsuchverkehr wird die Lebensqualität im Quartier zusätzlich belasten.

Ein überdimensioniertes und überteuertes Vorhaben

Die Notwendigkeit punktueller Sanierungsmassnahmen im Marzilibad ist unbestritten. Doch anstatt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – den Erhalt und die funktionale Erneuerung der bestehenden Infrastruktur – wird ein umfassendes Umgestaltungsvorhaben mit überhöhten Ansprüchen und Kosten verfolgt. Die geplanten Neubauten, die aufwendige Aussenraumgestaltung, der Einbau von Solar- und Kunstprojekten sowie die umfangreiche Etappierung über vier Jahre verdeutlichen: Es handelt sich nicht um eine Sanierung im klassischen Sinn, sondern um ein ambitioniertes Stadtentwicklungsprojekt, das weder finanzpolitisch nachhaltig noch bedarfsgerecht ist.

Fazit: Verantwortung wahrnehmen – Nein zur Vorlage

Die Jungfreisinnigen Stadt Bern fordern einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln. Mit bestehenden Schulden der Stadt Bern in der Höhe von rund 1.5 Milliarden Franken, müssen Investitionen in die städtische Infrastruktur zielgerichtet, effizient und verhältnismässig erfolgen. Das vorliegende Projekt erfüllt diese Kriterien nicht. Aus diesem Grund rufen wir die Stimmberechtigten der Stadt Bern dazu auf, bei der kommenden Volksabstimmung ein deutliches Zeichen zu setzen und die Vorlage abzulehnen.

 

Kontakt:
Corsin Casty, 079 414 47 33

Alois Juillerat, 078 422 58 62
Jungfreisinnige Stadt Bern